Institutional Visit nach Leipzig

Im Rahmen eines spannenden Institutional Visit reiste eine Gruppe von 19 Studierenden zum Beginn des neuen Wintersemesters vom 14. bis 16.11.2024 nach Leipzig. Dort setzten wir uns mit Themen aus der Rechtswissenschaft, der Zeitgeschichte und der Demokratie auseinander. Die dreitägige Reise bot nicht nur tiefgehende Einblicke in die deutsche (Rechts-) Geschichte, sondern auch zahlreiche Gelegenheiten für das Kennenlernen und den Austausch untereinander. 

Führung durch das Bundesverwaltungsgericht

Nach einer kurzweiligen Fahrt mit dem Regionalverkehr und einem schnellen Check-In im Hostel liefen wir gemeinsam zum Bundesverwaltungsgericht. Dort führte uns eine wissenschaftliche Mitarbeiterin ca. 90 Minuten durch das beeindruckende historische Gebäude. Dabei lernten wir die Aufgaben sowie die Bedeutung des Bundesverwaltungsgerichts im deutschen Rechtssystem kennen. Auch die historische Verantwortung (beispielsweise fand hier der Prozess um den Reichstagsbrand 1933 statt) wurde beleuchtet. Daneben gab es spannende Einblicke in aktuelle rechtliche Herausforderungen. Wir lachten aber auch über architektonische Fakten. Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Kuppel nie baurechtlich genehmigt wurde, also ein Schwarzbau ist? Oder, dass die bis dahin unbekannten Architekten den Entwurf während ihrer Italien-Reise anlässlich ihres Studienabschlusses anfertigen? Auch betrug die Bauzeit nur 7 Jahre und die Kosten lagen unterhalb der Planung. Zwischendurch beantwortete die Richterin unkompliziert in entspannter Atmosphäre alle neugierigen Fragen: Wie sieht ein  Tag als  wissenschaftliche Mitarbeiterin aus? Wie oft wollte sie das Jura-Studium aufgeben? Wie werde ich Bundesverwaltungsgericht:in?  

Zeitgeschichtliches Forum: Diskussion zur Demokratie

Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Besuch im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig. Dort hatten wir die Gelegenheit, bei einer Führung mehr über die Diktatur und Demokratie nach 1945 zu erfahren, insbesondere über das Leben und die Menschenrechte in der DDR. Besonders spannend war die anschließende Diskussion zu der Frage über den heutigen Zustand der Demokratie. Wie steht es um die Demokratie in Deutschland und Europa? Welche Herausforderungen müssen wir heute bewältigen? Welche Gründe gibt es für die aktuellen politischen Entwicklungen in Ostdeutschland? Die Studierenden tauschten sich offen darüber aus und vertraten verschiedene Standpunkte. Diese Reflexion über die eigene und familiäre Geschichte berührte alle und  lud zu weiteren Gesprächen im Nachgang ein. 

Führung durch die Universität Leipzig

Zudem hatten wir die Gelegenheit, die Universität Leipzig aus einer ganz besonderen Perspektive kennenzulernen: Eine Leipziger Jurastudentin führte über den Campus und gab uns spannende Einblicke in das juristische Studium und das Leben an der Universität. Sie berichtete von ihren eigenen Erfahrungen, den Herausforderungen des Studiums und den vielfältigen Möglichkeiten, die Leipzig als Studienstadt bietet. Die Führung vermittelte uns nicht nur einen guten Überblick über die historischen Gebäude der Universität, sondern auch über das studentische Leben und die verschiedenen Veranstaltungen, die das juristische Studium an der Uni Leipzig bereichern.

Völkerschlachtdenkmal: Erinnerung an die Geschichte

Den Abschluss unserer Reise bildete der Besuch des Völkerschlachtdenkmals. Dieses erinnert an die entscheidende Schlacht von 1813 mit über 500.000 Soldaten, welche mit dem Sieg über die napoleonischen Truppen, aber auch mit dem Tod jedes fünften Soldaten endete. Das Denkmal hat daher auch eine hohe Bedeutung im Kontext der Erinnerungskultur. Es bietet zudem einen tollen Blick auf Leipzig. 

Pizza, Bar und Karaoke

Den ersten Tag ließen wir bei einem gemeinsamen Pizza-Abend ausklingen. Dieser  füllte nicht nur den Magen, sondern bot auch die Gelegenheit, in lockerer Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen. Danach entdeckten wir in einer bekannten Studi-Bar noch die nächtlichen Seiten von Leipzig.

Den Abschluss bildete ein Karaoke-Abend, der für viele der Höhepunkt der Fahrt war sowie für jede Menge Spaß und gute Laune sorgte. Hier hatten alle die Möglichkeit, ihre Gesangstalente unter Beweis zu stellen,gemeinsam ihr Lampenfieber zu überwinden oder einfach die Darbietungen der anderen zu genießen. Vom klassischen Rocksong bis hin zu aktuellen Chart-Hits war für jeden Geschmack etwas dabei. Bis in die Morgenstunden wurde gemeinsam gesungen, gelacht und getanzt. 

Fazit

Die Studienfahrt nach Leipzig war eine rundum gelungene Mischung aus Jura, (Stadt-) Geschichte und Reflexion zur aktuellen gesellschaftspolitischen Lage. Neben den fachlichen Programmpunkten bot sie auch zahlreiche Möglichkeiten zum persönlichen Austausch und intensiven Gesprächen zwischen den Jura-Studierenden der HU und der FU. 

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[Credits: Tabea Lorentz; Bericht Leipzig-Fahrt]

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